2008
October 30, 2008: Talk by Dr. Rumiana Stoilova, Associate Professor of Gender Studies, Senior Research Fellow in Sociology, Bulgarian Academy of Sciences; Member of Bulgarian Women Union and Bulgarian Association of University Women, in Kronberg, Germany
Co-presentation by Netzwerk Ost-West and Gleichstellungsstelle Kronberg
Am Beispiel Bulgarien untersucht Rumiana Stoilova den Einfluss der post-sozialistischen Transformation auf die verschiedenen Klassen, Ethnien und Gender.
Ungleichheiten zwischen Männer und Frauen sowie Ungleichheiten zwischen Frauen existieren in jeder Gesellschaft. Die Ungleichheiten zwischen Männer und Frauen verstärken sich mit zunehmendem Alter sowie mit der Zugehörigkeit zu einer niedrigen Statusgruppe und einer desintegrierten Ethnie. Andererseits geht die mit dem weiblichen Geschlecht assoziierte soziale Deprivilegiertheit zurück, wenn Bildungs- und Macht- bzw. Amtsstatus der Frauen steigen oder sie in der Großstadt leben.
Bedeutet dies, dass Frauen solidarisch handeln können? Sind Frauen, die weniger Benachteiligung erfahren dazu bereit, im Namen der schweigsameren Frauen, aufzutreten?
Interviews mit bulgarischen Frauen aus fünf ethnischen Gruppen und aus zwei Generationen deuten über das Verschwiegene, über die tief verdrängte Erfahrung, aber auch über die Erfolge und das Selbst-Erworbene nach der Wende.
Interviews mit bulgarischen Frauen aus fünf ethnischen Gruppen und aus zwei Generationen deuten über das Verschwiegene, über die tief verdrängte Erfahrung, aber auch über die Erfolge und das Selbst-Erworbene nach der Wende.
Der Weg der Transformation erscheint eher als eine Chance in den Erzählungen der jungen Generation von Frauen, aber nicht unbedingt auf die gleiche Weise in den Erzählungen der Mütter, auch wenn sie zusammen den gleichen Weg erlebt haben.
Rumiana Stoilova illustriert dies am Beispiel von bulgarischen Frauen verschiedener Generationen und Ethnien (Frauen der Mittelklasse, der Schicht der arbeitenden Armen, Arbeitsmigrantinnen).
Glückliche Geschichten über Frauen aus Minderheitsgruppen zu erzählen trägt zu dem positiven Bild dieser Frauen bei, die am Schweigsamsten in der bulgarischen Gesellschaft sind und fast spurlos den Weg der Transformation gehen.
Authentische Frauenstimmen wird man an diesem Abend zu hören bekommen: -so werden Lieder von Yeldez Ibrahimova (Jazz Sängerin aus Sofia) eingespielt und Rumiana wird aus einem Buch von Angelika Schrobsdorff, einer bulgarisch-deutschen-jüdischen Autorin, einen Text lesen.
(Auszug aus der Veranstaltungsbroschüre)
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